Wie man Siemens LOGO! mit modernen Cloud‑Diensten verbindet
Einleitung
Die Siemens LOGO! Steuerung ist eine kompakte, vielseitige SPS, die in vielen kleinen Automatisierungsprojekten eingesetzt wird. Doch wie lässt sich diese bewährte Technik mit modernen Cloud-Diensten wie Microsoft Azure verbinden, um Daten zentral zu erfassen, zu analysieren und weiterzuverarbeiten? In diesem Beitrag zeige ich praxisnah, wie man LOGO! mit der Cloud verheiratet – Schritt für Schritt.
Voraussetzungen
- Siemens LOGO! 0BA7 oder 0BA8 mit Ethernet-Schnittstelle
- LOGO! Soft Comfort Software
- Zugang zu einem Cloud-Dienst (z. B. Azure IoT Hub, MQTT Broker, REST API)
- Ein Gateway oder Middleware (z. B. Raspberry Pi, Node-RED, MQTT-Bridge)
Schritt 1: LOGO! für die Kommunikation vorbereiten
- IP-Adresse festlegen: LOGO! muss im lokalen Netzwerk erreichbar sein.
- Webserver aktivieren: In LOGO! Soft Comfort unter „Ethernet-Verbindung“ den Webserver aktivieren.
- Datenpunkte definieren: Welche Werte sollen übertragen werden? (z. B. Temperatur, Schaltzustände)
Schritt 2: Daten aus LOGO! auslesen
Da LOGO! keine native MQTT- oder REST-Schnittstelle bietet, muss ein externer Dienst die Daten abholen:
Option A: Node-RED
- Installiere Node-RED auf einem Raspberry Pi oder PC
- Verwende das
node-red-contrib-logo-Modul - Konfiguriere die Verbindung zur LOGO! über IP und Port
- Lese zyklisch die gewünschten Datenpunkte aus
Option B: Python-Skript
- Nutze eine Python-Bibliothek wie
pylogo - Erstelle ein Skript, das die LOGO!-Daten zyklisch abfragt
- Bereite die Daten für die Cloud-Übertragung vor
Schritt 3: Verbindung zur Cloud herstellen
Beispiel: Azure IoT Hub
- Erstelle ein IoT-Gerät im Azure-Portal
- Hole dir die Verbindungszeichenfolge
- Verwende Node-RED oder Python, um die Daten via MQTT oder REST an Azure zu senden
Alternativen:
- MQTT-Broker wie Mosquitto + Cloud-Bridge
- REST-API eines eigenen Webservers
- Azure Functions zur Weiterverarbeitung
Schritt 4: Daten visualisieren und analysieren
- Power BI: Daten aus Azure IoT Hub oder Azure Storage visualisieren
- Azure Stream Analytics: Echtzeitverarbeitung und Alerts
- Azure Digital Twins: Modellierung komplexer Anlagen
Sicherheit und Skalierung
- SSL/TLS für MQTT-Verbindungen
- Authentifizierung über SAS-Tokens oder Zertifikate
- Skalierbarkeit durch Azure IoT Edge oder Containerisierung
Fazit
Die Verbindung von Siemens LOGO! mit modernen Cloud-Diensten ist kein Hexenwerk. Mit etwas Middleware und klarer Struktur lassen sich auch ältere Steuerungen in moderne IoT-Architekturen integrieren. So wird aus einer lokalen SPS ein Teil eines skalierbaren, cloudbasierten Systems – bereit für Analyse, Visualisierung und Automatisierung auf einem neuen Level.
So viel zur Theorie. In einem nächsten Beitrag werden ich dann konkreter auf ein Beispiel eingehen, und wir werden eine konkrete Lösung von der LOGO! bis zur AZURE SQL-Datenbank aufbauen.
